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Newsflash Spezial 9. Februar 2016

Michael Werneke über Nachhaltigkeit im Lagebericht im Zusammenhang mit der kommenden EU-Richtlinie - auch nachzulesen in der aktuellen Ausgabe des Magazins AnlegerPlus.


Der Countdown läuft: Nachhaltigkeit – aus Freiwilligkeit wird Pflicht

Seit dem 22. Oktober 2014 haben das europäische Parlament und der Rat eine Änderung der Rechnungslegungsrichtlinie 2013/34/EU im Hinblick auf die Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen beschlossen. In einer nichtfinanziellen Erklärung müssen damit große Unternehmen, die von öffentlichem Interesse sind und am Bilanzstichtag im Durchschnitt des Geschäftsjahres mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, erstmalig für das am 1. Januar 2017 beginnende Geschäftsjahr Nachhaltigkeitsaspekte im Lage- bzw. Konzernlagebericht transparent erläutern.

Zu den berichtspflichtigen Unternehmen, für die ein öffentliches Interesse vermutet wird, zählen insbesondere börsennotierte Unternehmen, Finanzinstitute und Versicherungsgesellschaften. Darüber hinaus können die Mitgliedsländer weitere Unternehmen entsprechend einstufen, hier steht die Definition vom deutschen Gesetzgeber noch aus. Grundsätzlich müssen die EU-Mitgliedstaaten die Vorschriften über die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen bis zum 6. Dezember 2016 umsetzen.
 

Neuer Berichtsbestandteil: Nichtfinanzielle Erklärung

In einem neuen Berichtsbestandteil des Lage- bzw. Konzernlageberichts, der nichtfinanziellen Erklärung, müssen börsennotierte Unternehmen Angaben machen, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage des Unternehmens sowie der Auswirkungen seiner Tätigkeit erforderlich sind und sich dabei mindestens auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, auf die Achtung der Menschenrechte und auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung beziehen. Zusätzlich soll die Erklärung eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells des Unternehmens, eine Beschreibung der in Bezug auf diese Belange verfolgten Konzepte, einschließlich der angewandten Due-Diligence-Prozesse sowie der Ergebnisse der Konzepte enthalten. Darüber hinaus sind die wesentlichen Risiken und das Risikomanagement im Zusammenhang mit diesen Belangen auf die Geschäftstätigkeit darzustellen. Nicht zuletzt sollen die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, die für die individuelle Geschäftstätigkeit von Bedeutung sind, genannt und erläutert werden.  Zwar gibt es in der Änderung der Richtlinie bereits erste Anhaltspunkte zu den geforderten Detailinformationen, diese sind aber eher global gehalten. Klarheit werden erst die unverbindlichen Leitlinien zur Angabe nichtfinanzieller Informationen schaffen, die von der Kommission noch zu erstellen sind. Diese sollen aber erst Ende 2016 vorliegen.   


Anerkannte nationale und internationale Rahmenwerke zulässig

Unabhängig von den avisierten Leitlinien können Unternehmen, die dieser Richtlinie unterliegen, ihre Berichterstattung auf eines der nationalen oder internationalen Rahmenwerke aufbauen. Zu nennen sind dabei in erster Linie die Global Reporting Initiative (GRI), UN Global Compact, ISO 26000, den Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex oder das IIRC-Framework. In diesem Zusammenhang: Bei einer Veröffentlichung eines gesonderten Nachhaltigkeitsberichtes, der zusammen mit dem Lagebericht oder bis spätestens sechs Monate nach dem Bilanzstichtag publik gemacht wird, besteht keine Verpflichtung für die Abgabe einer nichtfinanziellen Erklärung. Eine weitere Erleichterung besteht auch darin, dass der Abschlussprüfer nur überprüfen soll, ob die nichtfinanzielle Erklärung oder der gesonderte Bericht vorgelegte wird und es zu keine Prüfung dieser Inhalte kommen soll. 


Handlungsalternativen für Emittenten

Der Countdown läuft. Zwar ist es eine Option abzuwarten, bis die EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt wird. Die bessere Alternative ist es aber bereits jetzt festzulegen, in welchem Umfang und in welcher Struktur über Nachhaltigkeitsbelange im Lagebericht bzw. Konzernlagebericht berichtet werden soll. Unabhängig vom Zeitpunkt des Starts in die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist es stets der erste Schritt mittels einer Materialitätsanalyse unter Einbeziehung der Stakeholder die unternehmensindividuellen wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zu identifizieren. Im Anschluss daran sollten geeignete Leistungsindikatoren festgelegt und die konzernweite Datenbeschaffung aufgebaut werden. Diese skizzenhafte Beschreibung des notwendigen Prozessaufbaus zeigt, dass bis zur Berichterstattung im Jahr 2017 durch einige komplexe Fragestellungen angegangen werden müssen. Der Rat an die Unternehmen lautet daher: Nicht zögern, sondern handeln.


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